Archiv der Kategorie Seminar-Nachwirkungen

Seminar “Komm auf den Punkt!” am 12.11.11

Auf den Punkt kommen - das ist ein schönes Ideal. Jeder möchte gerne “treffende Worte” und “Sätze, die sitzen” sagen. Leider führt der Weg zur wirkungsvollen Bündigkeit über eine gewisse innere “Ausschweifung”. Gemeint ist damit ein offenes Spiel der Gedanken und Gefühle, die in aller privaten Ehrlichkeit den Sprechenden über sich selbst aufklären und die spätere Wahl der Worte vorbereiten. Je mehr Sie über sich und Ihre Einstellung zu einem Sachverhalt wissen, desto wirkungsvoller können Sie später auch ein paar Dinge nicht sagen.

Kurz und knapp kann nur der sein, der bereit ist, die Verwicklungen, Feinheiten und Widersprüche in sich wahrzunehmen und sich auch mal der Qual der Wort-Wahl auszusetzen. Lassen Sie sich also ruhig Zeit mit der Präzision. Das gilt besonders für schwierige Kommunikationssituationen, wenn Missverständnisse durch die Luft schwirren und Spannungen mit Händen greifbar werden.

Also erst Herz öffnen und dem Verstand Auslauf geben - und erst dann auf den Punkt kommen! Alles klar?

Seminar “Leichter gehen, stehen, sitzen”, 29.05.11

Wir bewegen uns den ganzen Tag, aber wie eigentlich? Wissen wir, wie wir uns bewegen? Oder verlassen wir uns einfach darauf, dass es so, wie es ist, gut ist? - Wenn Sie anfangen, einen Blick hinter die Kulisse der Selbstverständlichkeit zu werfen, werden Sie Erstaunliches entdecken.

Erstens: Sie bewegen sich so, wie Sie es sich im jeweiligen Moment vornehmen. Der Körper “hört” auf Ihre Gedanken, Ideen und Befehle. Und zweitens: Vieles davon, was Sie Ihrem Körper mit auf den Weg geben, ist nicht durchdacht, sondern folgt allgemein gängigen, aber recht ineffektiven Ideen von Bewegung und Handlungsgestaltung.

Ein Beispiel: Sie merken, dass Sie beim Schreiben am PC zusammengesunken dasitzen und fühlen sich verspannt. Sie strecken den Oberkörper durch und recken sich in eine “aufrechte” Position, die Sie dann ein paar Sekunden zu “halten” versuchen. Nach ein paar Minuten wandert Ihre Aufmerksamkeit wieder auf den Bildschirm und im Hintergrund nehmen Sie noch wahr,  dass Sie den Kampf um die aufrechte Position gegen die Schwerkraft verlieren werden. Ein schlechtes Gewissen macht sich breit: “Ich sollte mal mehr Sport machen…”

Wie seltsam, dass Menschen nicht aufhören sich zu korrigieren, auch wenn diese Korrekturen offensichtlich nicht funktionieren. Was ist die Alternative? Drücken Sie nicht das Becken gegen das Gewicht des zusammengesackten Rumpfes nach oben, sondern lassen Sie den Kopf durch sein dynamisches Verhältnis zur Wirbelsäule den Oberkörper in die Aufrichtung führen. Das ist viel einfacher und lässt sich - unter fachkundiger Anleitung - lernen.

Daher meine Empfehlung: Verzichten Sie auf “Korrekturen”, die nicht funktionieren. Sie dienen meistens nur der Selbstbeschwichtigung: “Wenigstens gebe ich mir Mühe…” Und auch wenn Sie noch keine Alternativen kennen, so ist es doch schon ein Gewinn, sich von der Untauglichkeit vertrauter Vorgehensweisen zu überzeugen. Jeder neue Weg beginnt mit dem Verlassen des alten.

Seminar “Klären statt kämpfen - Konfliktlösung im Berufsalltag”, 17.05.11

Wie kommt es, dass trotz manch guter Vorsätze das Miteinander im beruflichen Alltag immer wieder schwierig wird? Ein Grund liegt darin, dass viele Menschen sich solche Mühe geben, “unkompliziert” zu sein, keine Umstände zu machen, den lieben Frieden zu wahren und Störungen nicht anzusprechen. Solche Angst im Kleinen führt aber dazu, dass sich Unmut ansammelt wie die Regentropfen in der Tonne - bis die Tonne eines Tages voll ist und überläuft. Wenn Unstimmigkeiten sich noch nicht zu handfesten Gegensätzen ausgewachsen haben, können sie relativ leicht angesprochen und geklärt werden. Dazu bedarf es eines gewissen Mutes - der Bereitschaft, sich dem anderen zuzumuten. Die Angst führt in die Eskalation, der Mut in die Lösung.

Seminar “Bühne frei für mich”, 16.04.2011

Jeder steht einmal auf der Bühne, sei es im Beruf bei Teambesprechungen, Präsentationen oder Diskussionen oder privat beim Vorlesen oder in Gesprächen. So reizvoll und spannend solche Situationen auch sind, sie können auch Angst machen und den Auftretenden zur Flucht oder zur “Selbst-Maskerade” verleiten.

Wie kann ich meine Botschaften klar und ansprechend formulieren? Wie bewege ich mich, wenn ich auftrete, wie bin ich präsent? Und wie kann ich einen guten, lebendigen Kontakt zu meinen Zuhörern und Zuschauern herstellen, sie berühren, bewegen, überzeugen? Und dann die Frage aller Fragen: Wie gehe ich mit Aufregung und Nervosität um?

Es ist gut, Techniken und Strategien zu kennen, doch der erste und wichtigste Schritt ist, die Gegenwart so anzunehmen, wie sie ist. Ja, ich bin aufgeregt. Ja, es verunsichert mich, dass ich nicht weiß, was die anderen von mir denken. Alles andere kommt danach. Und dann kann es richtig gut werden.

Seminar “Gute Kommunikation im Berufsalltag”, 09.04.2011

Wer den Mund aufmacht, riskiert Missverständnisse. Wer still ist, ebenso. Deswegen lohnt sich zu fragen: Wie kann ich ein guter Zuhörer sein, also jemand, der sich für das Gemeinte hinter dem Gesagten interessiert? Und was brauche ich, um mich klar, beziehungsfreundlich und wirkungsvoll mitzuteilen? Und dann konkret im beruflichen Alltag: Wie kann ich mit schwierigen Kunden oder einer anspruchsvollen Chefin umgehen? Wie kann ich mutig meinen Standpunkt behaupten, wenn ich die Dinge anders sehe?

“Komm auf den Punkt!” hieß es in der Seminarausschreibung. Ironischerweise führte dieses Motto  zu einem Missverständnis. Einige nahmen an, dass es bloß einen Punkt gebe, auf den zu kommen ist. Im Seminar zeigte sich: In Wirklichkeit gibt es mehrere.

Denn in der Kommunikation geht nicht nur um die Sache, sondern auch um Beziehungen - um mich und dich, um uns und unseren Blick auf die Sache. Es geht um das, was ist, und um das, was sein soll. Sie sehen: Kommunikation ist ein Spiel mit vielen Punkten.

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